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Frau mit Laptop auf Sofa

Foto: Ave Calvar / Unsplash.com

Sofalizing: Was ist das?

25 August 2022

Lesezeit 5 Minuten

Sofa-was? Ja, mit dem Sofa hat dieses Phänomen tatsächlich etwas zu tun. Und mit Bequemlichkeit ebenfalls. Sofalizing ist eine Kombination aus den Wörtern Sofa und Socializing (englisch für Geselligkeit). Allerdings geht es dabei nicht um ein geselliges Beisammensitzen auf einem gemütlichen Sofa. Wir erklären Dir, was hinter dem Begriff steckt und was die Wissenschaft dazu sagt.

Was ist Sofalizing?

Wortneuschöpfungen oder Begriffskombinationen gibt es im Arbeitsbereich von webcare+ eine ganze Reihe. Smombie, Phubbing, FoMO, Finsta und Nomophobie sind nur eine Handvoll Beispiele. Neuerdings lässt sich das Glossar noch um einen weiteren Begriff ergänzen: Sofalizing.

„Sofalizing ist ein Begriff, der sich aus der Kombination der Wörter „Sofa“ und „Geselligkeit“ zusammensetzt und sich auf die Nutzung des Internets oder anderer elektronischer Geräte (z. B. SMS, E-Mail, Social Media Messaging, Status-Updates, Tweets) bezieht, um mit Personen von zu Hause aus Kontakte zu knüpfen, anstatt persönlich.“ (Collins Dictionary)

Was sagt die Wissenschaft zu Sofalizing?

Griffith und Kolleg*innen haben 2020 die erste Studie zu Sofalizing veröffentlicht. Darin haben sie 666 Student*innen befragt und die Zusammenhänge zwischen Sofalizing und mentaler Gesundheit untersucht.

Ihr Ergebnis: Soziale Verbundenheit steht scheinbar nicht im Zusammenhang mit Sofalizing, soziale Ängstlichkeit hingegen sehr wohl. Ebenso konnten sie einen Zusammenhang zwischen Sofalizing und Social Media-Sucht finden. Das Forschungsteam weißt aber auch darauf hin, dass zu diesem Phänomen noch sehr viel mehr Forschung von Nöten ist, um zuverlässige Aussagen machen zu können.

Mann mit Laptop auf dem Sofa

Foto: Erik McLean

Warum sofalizen wir?

Beweggründe für Sofalizing können Bequemlichkeit, Faulheit, Multitasking, Zeitdruck, die (hohen) Kosten fürs Ausgehen oder das Vermeiden langwieriger Gespräche sein (Macmillan Dictionary).

Traditionelle Formen von Geselligkeit verändern sich mit der fortschreitenden Verbreitung mobiler Technologien. Die Frage ist, in welche Richtung. In der Wissenschaft gibt er hier vor allem zwei Sichtweisen: Einerseits könnten soziale Medien die Formen klassischer Geselligkeit ergänzen und soziale Verbundenheit stärken. Andererseits könnten Phänomene wie Sofalizing bei einzelnen Personen dazu führen, dass analoge Treffen und Gespräche seltener oder durch Online-Alternativen gänzlich ersetzt werden (Giddens 2008).

Wie so oft, scheint der Ausgang der Geschichte hier in der „richtigen“ Anwendung des Mediums zu liegen. Mit „richtig“ meinen wir eine Art und Weise, die von Medienkompetenz und einem gesunden Umgang mit digitalen Medien zeugt.

Sofalizing in der Pandemie

Soziale Kontakte von Zuhause aus zu pflegen, ist in Zeiten einer Pandemie ja auch keine Überraschung? Stimmt, das sehen wir auch so. Digitale Medien, vor allem die sozialen, waren oder sind uns in Zeiten von Lockdowns und Social Distancing eine große Hilfe. Allerdings: Die Studie von Griffiths et al. Wurde schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie durchgeführt. Veröffentlicht wurde sie zwar erst im September 2020, in der Redaktion eingereicht jedoch bereits im Februar 2020. Ihre Ergebnisse müssen also unabhängig davon betrachtet werden.

Bist Du auch ein*e Sofalizer*in?

Du möchtest wissen, ob Sofalizing in deinem Leben eine Rolle spielt? Alles noch im grünen Bereich oder vielleicht doch schon problematisch? Dann haben wir einen Tipp für Dich: Das Projekt SCAVIS bietet einen kostenlosen Test an, der unter anderem auch Sofalizing mit einbezieht. SCAVIS ist ein Projekt, das ein Hilfsangebot bei exzessivem Medienkonsum mit einer wissenschaftlichen Studie verknüpft. Das bedeutet, dass dort sehr verantwortungsvoll mit deinen (anonymisierten) Daten umgegangen wird und du sogar noch dazu beiträgst, seriöse Hilfsangebote nachhaltig zu verbessern.

Der SCAVIS-Sofalizing-Test ist Teil der kostenfreien App smart@net, die Du dir im Google Play Store oder Apple App Store herunterladen kannst. Mehr Infos dazu findest du hier:

Infografic zur smart@net-App

Grafiken: SCAVIS / Instagram.com

Quellen

Handy in der Hand, Bildschirm zeigt WhatsApp-Logo Wie WhatsApp unseren Alltag beherrscht
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