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Saskia Rößner im Podcast Videospielsucht verstehen

Videospielsucht verstehen: Wo finde ich Hilfe bei Videospielsucht (S02E10)

17 Juni 2026

Lesezeit 10 Minuten

Information: Das hier ist das Transkript zu einer Podcastfolge. Wenn du die Podcastfolge stattdessen lieber anhören oder ansehen möchtest, findest du die Links dazu am Ende des Textes.

Saskia Rößner: Herzlich willkommen zu „Videospielsucht verstehen“ der zweiten Staffel von „Mediensucht verstehen“, dem Podcast der Hessischen Landestelle für Suchtfragen, gefördert von der Techniker Krankenkasse in Hessen. Mein Name ist Saskia Rößner und heute mit mir im Studio sind Benjamin Strobel und Jessica Kathmann-Rosenthal von Behind the Screens. Wir haben heute schon unsere letzte Folge der zweiten Staffel. Ich bin ein bisschen wehmütig, aber wir gucken uns heute dafür noch mal ein umso wichtigeres Thema an. Nämlich das Thema Videospielsucht und wo man dabei Hilfe findet. Also „Game over“ muss nicht sein, wenn ich merke, bei mir läuft was aus dem Ruder oder das Kind ist in den Brunnen gefallen. Wo finde ich Hilfe und wie genau läuft das ab? Welche Möglichkeiten gibt es, Benjamin?

Die Suchtberatungsstelle als erste Anlaufstelle

Benjamin Strobel: Ja, das Suchthilfesystem. Ich finde, in dem Ganzen ist die wichtigste Anlaufstelle als erstes, weil sie auch ein bisschen niedrigschwelliger ist, die Suchtberatungsstelle. Da kannst du vielleicht noch mal erzählen, wie es eigentlich bei euch in Hessen mit den Suchtberatungsstellen aussieht. Ich komme ja aus Schleswig-Holstein und da gibt es in allen Kreisen mindestens eine Suchtberatungsstelle, manchmal sogar mehrere. Und bei diesen Suchtberatungsstellen gibt es manchmal sogar auch Fachstellen, die sich ganz spezifisch zum Beispiel mit Mediensucht oder Ähnlichem beschäftigen und da eine besonders ausgewiesene Expertise haben.

Die sind total toll, weil die so niedrigschwellig sind. Da darf man einfach mal vorstellig werden, da kann man einfach mal anrufen und sich beraten lassen. Da ist es, finde ich, nämlich überhaupt noch gar nicht wichtig, ob man selbst das Problem komplett richtig erfasst hat. Man muss noch nicht wissen, ob es wirklich um eine Sucht geht, sondern ich kann mir da auch helfen lassen, dieses Thema zu sortieren. Wenn ich zum Beispiel eine Vermutung oder eine Befürchtung oder auch eine Frage habe, kann ich da einfach mal hingehen, weil ich dort eine relativ vorurteilsfreie Beratung mit einer guten Expertise im Bereich Sucht erhalten kann.

Hilfesystem ist gut vernetzt

Benjamin Strobel: Wenn wir jetzt noch mal auf Eltern mit Kindern und Jugendlichen blicken, kann eine Ergänzung die Erziehungsberatung und die Familienberatungsstelle sein. Stellen die fest, dass es vielleicht doch um eine Sucht-Thematik geht, verweisen sie einen an die Suchtberatungsstelle. Das heißt, das Tolle an diesem System ist, dass man an irgendeiner Stelle aufschlagen kann – vielleicht in der Suchtberatungsstelle, vielleicht in der Erziehungsberatung oder woanders – und man in dem System gut an die richtige Stelle gebracht wird. Man kann sich darauf verlassen, dass wenn man jetzt vielleicht an der falschen Stelle gestartet ist, man noch an die richtige Stelle weitergeleitet wird, weil die Expertinnen und Experten untereinander natürlich gut vernetzt sind und die anderen Stellen gut kennen.

Dazu zählen zum Beispiel auch die Selbsthilfegruppen, was hier in dem Podcast noch mal besonders wichtig zu erwähnen ist. Da gibt es ja auch einige bei euch.

Saskia Rößner: Ja, genau, bei uns in Hessen ist das ähnlich. Wir haben natürlich auch ein relativ flächendeckendes Angebot an Suchtberatungsstellen. Gerade in größeren Städten gibt es auch mehrere Beratungsstellen, vielleicht auch von unterschiedlichen Anbietern: katholisch, evangelisch, religiös unabhängig, manche auch mit Fokus speziell auf Kinder und Jugendliche, manche halt eher Erwachsene. Dann gibt es natürlich auch immer mal wieder Regionen, meist eher ländlich, wo Beratungsstellen nicht ganz so flächendeckend ausgebaut sind.

Lokale Beratungsstellen zu Mediensucht finden

(Medien-)Suchtberatung und Selbsthilfegruppen online

Saskia Rößner: Aber deutschlandweit haben wir inzwischen auch ein Projekt für digitale Suchtberatung, das „DigiSucht“ heißt. Zu all diesen Hilfsangeboten, die wir euch heute nennen, packen wir auf jeden Fall die Links in die Shownotes. Das heißt, wenn ihr euch eines dieser Hilfeangebote speziell angucken wollt, dann schaut einfach mal in die Videobeschreibung. Da könnt ihr direkt auf das Angebot, was euch am ehesten zusagt, draufklicken.

Link zur Online-Suchtberatung „DigiSucht“

Selbsthilfegruppen sind natürlich auch ein ganz wichtiges Thema, was uns am Herzen liegt. Es gibt Selbsthilfegruppen, die für alle Suchtarten offen sind, also wo es dann eine gemischte Gruppe aus u.a. Alkoholsüchtigen, Drogensüchtigen und Glücksspielsüchtigen gibt. Glückspielsüchtige sind sowieso oft relativ nah an der Computerspielsucht dran. Es gibt aber auch einen Verein, der speziell zu Mediensucht mehrere Selbsthilfegruppen hat. Er heißt „Aktiv gegen Mediensucht“. Auch den Link gibt es in den Shownotes. Die haben Selbsthilfegruppen vor Ort, teilweise in den Städten, aber auch online. Das heißt, ihr müsst nicht in der gleichen Stadt wohnen wie diese Selbsthilfegruppe, sondern könnt euch einfach online dazuschalten.

Link zu den Selbsthilfegruppen bei Aktiv gegen Mediensucht e.V.

Bist du mediensüchtig? Selbsttest per App

Benjamin Strobel: Was auch total toll ist, ist dass der Verein „Aktiv gegen Mediensucht“ eine App mit einem Selbsttest zu Mediensucht rausgebracht hat, die man sich einfach aufs Smartphone laden kann. Das ist natürlich keine vollständige Diagnostik, die man bei einem Psychologen oder einer Psychologin erhalten würde, aber es sind tatsächlich Fragen drin, die auch in richtigen Fragebögen verwendet werden. Das heißt, man kann selbst ein Kreuzchen setzen, schon mal einen Eindruck erhalten und dann eine kleine Auswertung bekommen. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt und da unsicher ist, ist das auf jeden Fall eine Möglichkeit, anzufangen und sich das bisschen näher anzusehen.

Link zu einem Selbsttest Mediensucht

Hilfe bei Videospielsucht: Breaking the Game

Jessica Kathmann-Rosenthal: An diese Onlineangebote anknüpfend, habe ich auch noch zwei Angebote aus Tübingen im Gepäck. Da komme ich ja her und da gibt es eine Uniklinik, die sich schwerpunktmäßig mit Videospielen und anderen Internetabhängigkeiten beschäftigt. Die haben zwei Onlinekurse entwickelt. Einer davon heißt „Breaking the Game“. Der richtet sich an junge Menschen, junge Erwachsene, Jugendliche, die auch noch nicht sicher sind, ob es eigentlich eine Abhängigkeit ist, in der sie sich befinden, oder eine Sucht oder vielleicht irgendwie was davor. Das ist ein kostenloser, anonymer Kurs, den man da besuchen kann.

Online wird pilotiert – gerade je nachdem, wann diese Folge erscheint – ob man das immer noch machen kann. Ich bin ganz guter Dinge, dass dieses Angebot auch weiter fortgeführt wird. Das ist halt super, weil man sich da auch niedrigschwellig, anonym und kostenlos informieren kann und nicht erst auf eine Warteliste für eine Beratungsstelle oder so was muss. Das ist total gut, finde ich.

Link zum Programm „Breaking the Game“

Gegen Mediensucht bei Kindern: Training für Eltern

Jessica Kathmann-Rosenthal: Und es gibt noch einen Kurs, der sich insbesondere an Eltern richtet, weil es immer wieder auch diese Thematik gibt, dass Eltern sagen „Mensch, ich habe Sorge, dass mein Kind da irgendwo reinrutscht“ oder vielleicht ist das Kind auch gerade erwachsen geworden und wohnt noch bei ihnen im Haus und sie wissen mit dieser Situation nicht umzugehen und ob das jetzt schon eine Sucht ist oder nicht. Auch für die gibt es einen Kurs, der heißt „ISES! Onlinetraining“ – den verlinken wir natürlich auch. Der ist auch online, auch kostenlos und anonym, wo man sich über einige Wochen hinweg verschiedenen Bereichen dieser Sucht widmet und wie man damit umgehen kann. Man beschäftigt sich mit Strategien, Erziehungsstrategien usw. lernt darüber.

Link zum ISES! Elterntraining für gesunde Medienerziehung

Videospielsucht erkannt, next level: Psychotherapie

Saskia Rößner: Wenn ich geklärt habe, ob es eine Sucht ist oder nicht, und es vielleicht tatsächlich eine Videospielsucht ist, was mache ich denn dann? Was wäre denn dann das Mittel der Wahl?

Jessica Kathmann-Rosenthal: Dann wäre der nächste Schritt in der Regel eine Psychotherapie zu machen. Die kann verschiedene Formen annehmen, zum Beispiel, dass man ein- oder zweimal die Woche zu einem oder einer Therapeutin in eine Praxis geht. Manche Kliniken haben auch Ambulanzen, wo man in die Klinik geht, aber nach einer Stunde wieder nach Hause kann. Man führt dort quasi ein ambulantes Gespräch. Da ist man manchmal sogar schneller, als wenn man zu den niedergelassenen Therapeut:innen in eine Praxis reingeht, und hat mehr Glück mit den Terminen. Also der nächste Schritt wäre, dass ich quasi einfach ein-, zweimal die Woche in eine Therapie gehe.

Saskia Rößner: Da fällt mir in unserem Umkreis die Ambulanz für Spielsucht der Universitätsmedizin Mainz ein. Das wäre glaube ich so das nächste bei uns.

Link zur Spielsuchtambulanz der Unimedizin Mainz

Jessica Kathmann-Rosenthal: Genau. Man kann natürlich auch versuchen, über die 116 117 einen Termin zu bekommen. Da kann man auch für andere Ärzt:innen und Fachärzt:innen einen Termin ausmachen. Auch da kann man sich hinwenden und nach Terminen fragen.

Wenn die Sucht zum Endboss wird: Klinik

Jessica Kathmann-Rosenthal: Es ist aber nicht für jeden geeignet. Es reicht nicht für jeden ein- oder zweimal die Woche ambulant zur Therapie zu gehen. Es gibt auch Fälle, wo Menschen wirklich jede Tagesstruktur verloren haben und wirklich nur noch vor der Konsole, dem Computer oder Handy – oder was auch immer – hängen und spielen. Und da würde man sagen, reicht es nicht, ein- oder zweimal die Woche dahin zu gehen. Das funktioniert oft auch nicht.

Da ist es dann sinnvoll, tatsächlich stationär in eine Klinik zu gehen und dort dann meistens über mehrere Wochen hinweg an einem stationären Programm teilzunehmen, wo alles dabei ist. Da geht es dann auch um solche Fragen wie, „Wie baue ich eigentlich überhaupt wieder eine Tagesstruktur auf, dass ich irgendwie wieder auf Spur komme?“

Saskia Rößner: Ein Beispiel, was mir einfällt, ist die psychosomatische Klinik im Kloster Dießen in der Nähe von München. Da fand auch gerade das Symposium des Fachverbands Medienabhängigkeit statt. Da konnten wir uns selbst mal ein bisschen umblicken, was sehr schön war.

Link zur Psychosomatischen Klinik im Kloster Dießen

Wohngruppen: Gilde in real life

Jessica Kathmann-Rosenthal: Eine weitere Möglichkeit sind natürlich auch Wohngruppen, die oft in irgendeiner Form psychotherapeutisch begleitet werden. Auch da kann man sich hinwenden, wenn man merkt, dass man es alleine nicht mehr auf die Reihe kriegt.

Saskia Rößner: Als Beispiel für eine Wohngruppe fällt mir „Auxilium Reloaded“ ein, und wie schon versprochen, findet ihr alle Links natürlich in den Shownotes. Also guckt da gerne rein, wenn euch eines dieser Hilfeangebote besonders angesprochen hat.

Link zur Wohngruppe „Auxilium Reloaded“

Ich habe aber noch mal eine ganz spezielle Frage, wenn es um die Therapie geht. Wenn wir uns jetzt den Bereich Alkohol- oder Drogensucht angucken, dann ist ja ziemlich klar, dass wenn wir diese Sucht überwinden wollen, wir aufhören Drogen zu nehmen, aufhören Alkohol zu trinken. Bei Alkoholikern spricht man auch von „trocken bleiben“. Wie sieht es denn mit der Abstinenz bei Videospielen aus? Wenn das jetzt mein liebstes Hobby ist, weiß ich nicht, ob ich da komplett drauf verzichten möchte.

Therapie und dann – nie wieder zocken?!

Benjamin Strobel: Ja, total wichtiger Punkt. Ich glaube, dass da viele tatsächlich auch eine relativ große Sorge haben, wenn man jetzt einmal irgendwo zum Arzt oder zur Psychotherapeutin geht und in Behandlung geht, dass man komplett mit dem Computerspielen aufhören muss. Fairerweise muss man sagen, dass es sicherlich auch Therapeuten und Behandlungsformen gibt, bei denen das so ist – die bei Sucht einfordern, dass gar nicht mehr gespielt wird – aber insgesamt ist es bei der Medienabhängigkeit so, dass es nicht immer die Form der Wahl ist.

Man spricht häufiger eher von einer Teilabstinenz. Das heißt, auf bestimmte Arten von Spielen oder bestimmte Mechanismen, die in Spielen sind, zu verzichten. Darüber haben wir hier auch schon viel gesprochen, über Dark Patterns und Free-To-Play, und vielleicht selbst zu erkennen, wo ich besonders anfällig bin, was Sachen sind, die mir nicht guttut, wo ich total abrutsche. Dass man sich selbst als Ziel setzt, diese Sachen zu vermeiden.

Es ist natürlich gerade im Bereich Medien sehr, sehr schwierig zu sagen, dass man ein Leben vollständig ohne Medien führt – selbst ohne Computerspiele. Die haben eine große Verbreitung, eine große Gegenwärtigkeit. Und gerade wie du gesagt hast, Saskia, wenn es ein Hobby ist, wenn ich vielleicht sogar kompetitiv im eSport-Team spielen möchte, dann müsste ich dieses Hobby natürlich total aufgeben. Wenn ich komplett „Videospiel-trocken“ werden müsste, kann ich diese Bedenken sehr gut nachvollziehen.

Du darfst weiterspielen, solltest Risiken aber meiden

Ich glaube, insgesamt würde ich Leuten diese Angst, dass man vielleicht gar nicht mehr spielen darf, nehmen und sagen, dass es eher darum geht, die Risiko Aspekte zu erkennen. Was sind meine Punkte, wo ich aufpassen muss und lerne, die vielleicht auch zu vermeiden wie bei der Teilabstinenz.

Zum Thema „Videospielabhängigkeit behandeln“ haben wir bei uns im Podcast auch schon mal gesprochen und eine ganze Folge gemacht. Auch die verlinken wir in den Shownotes. Da haben wir mit Daniel Illy gesprochen, auch Psychiater, der sich ganz spezifisch damit beschäftigt. Da könnt ihr da draußen noch ein bisschen mehr hören, wie z.B. so eine Therapie abläuft, was Ziele sein können.

„Videospielabhängigkeit behandeln“, Link zur weiterführende Podcastfolge von Behind the Screens

Therapie ist, was du draus machst

Das Wichtigste ist, glaube ich, dass man davor keine Angst haben muss. Alles passiert natürlich nur mit dem eigenen Einvernehmen. Ihr bestimmt immer mit. Ihr seid ja wahrscheinlich auch da, weil ihr merkt, dass ihr ein Problem habt, das ihr angehen möchtet. Ihr müsst keine Angst haben, das auszuprobieren, weil ihr das natürlich nur mit eurem Einverständnis in eurem Tempo in dieser Therapie machen könnt.

Saskia Rößner: Wir haben heute schon ganz viele Hilfeangebote aufgezählt und hoffentlich den Leuten die Angst genommen, den ersten Schritt ins Hilfesystem zu gehen und sich Hilfe zu suchen. Wenn da draußen jetzt Leute sitzen und sagen „Okay, ich habe mir jetzt die Staffel ‚Videospielsucht verstehen‘ angehört und habe mich hier und da wiedererkannt. Jetzt habe ich doch so ein bisschen Zweifel daran, ob mein Spielverhalten wirklich noch gesund ist oder ob das schon problematisch ist“. Oder vielleicht hören auch Angehörige zu, die sich denken, dass es dringend Zeit wird, hier gemeinsam was zu verändern. Was sind denn die ersten Schritte, die Leute da draußen unternehmen können, wenn sie ins Hilfesystem reinwollen?

Selbsthilfe-Tipp: Selbsttest machen

Jessica Kathmann-Rosenthal: Also ganz niedrigschwellig natürlich erst mal versuchen, sich ein besseres Bild zu machen: Habe ich da tatsächlich ein Problem? Könnte das eine Sucht sein? Vorhin haben wir schon gemeinsam über verschiedene Selbsttests gesprochen. „Aktiv gegen Mediensucht“ hat zum Beispiel so einen, den man einfach online kostenlos, anonym machen kann, um mal zu schauen, was da rauskommt. Gibt es vielleicht eine völlige Entwarnung? Ich erfülle eigentlich keinen dieser Punkte. Oder kommt da vielleicht tatsächlich raus, dass mehr dran sein könnte. Von da aus müsste ich dann weiterschauen.

Wir haben über Beratungsstellen gesprochen, wo man sich im nächsten Schritt hinwenden kann. Was man aber unabhängig davon natürlich auch immer machen kann, ist zu schauen, ob es vor allem bestimmte Spiele betrifft, bei denen man auffällig wird. Vielleicht kann ich ausprobieren, dieses Spiel oder vielleicht dieses Genre oder diese Spielmechanik, die in bestimmten Genres auftritt, zu vermeiden und zu sagen „Okay, ich muss nicht aufhören, aber ich kann einfach mal versuchen, ob ich eigentlich auch andere Spiele cool finde, bei denen ich aber nicht so krass versumpfe“.

Saskia Rößner: Hast du auch noch ein paar Tipps beizusteuern?

Selbsthilfe-Tipp: Digital Detox und drüber reden

Benjamin Strobel: Ja, neben dem Digital Detox oder Teil-Detox, den man mal ausprobieren kann, würde ich empfehlen, keine Angst zu haben, darüber zu sprechen und darüber in Kontakt zu gehen, sich die ersten Vertrauenspersonen suchen, die sich vielleicht auch mit dem Thema auskennen oder die einem Unterstützung anbieten können, wenn man jetzt nicht direkt in die Suchtberatungsstelle geht. Vielleicht reicht es auch mit dem eigenen Hausarzt oder der Hausärztin drüber zu sprechen. Das sind Mediziner:innen, die natürlich auch zum Thema Sucht beraten und vielleicht eine erste Einschätzung geben können oder einem auch die nächste Telefonnummer oder nächste Adresse geben.

Mitunter gibt es bei der Arbeit im öffentlichen Dienst ganz häufig ein betriebliches Suchtmanagement, aber vielleicht auch in anderen Unternehmen. Einfach mal informieren, ob es so was bei einem gibt. Vielleicht wird das Thema irgendwie behandelt. Da gibt es vielleicht eine betriebliche Ansprechperson zum Thema Sucht, an die man sich erst mal vertrauensvoll wenden kann, wo man dann zusätzliche Unterstützung erhält.

Natürlich kann man auch alle Personen des eigenen Umfelds nutzen, wenn man sich jemandem anvertrauen mag, um erst mal darüber zu sprechen und einen Verbündeten oder eine Verbündete ins Boot zu holen, die einem vielleicht auch dabei hilft oder unterstützt, die nächsten Schritte zu finden und weitere Angebote für sich in Anspruch zu nehmen.

Saskia Rößner: Okay, vielen Dank!

Videospielsucht verstehen: Weitere Infos

Saskia Rößner: Wie gesagt, guckt bitte unbedingt noch mal in die Shownotes dieser Folge. Dort findet ihr alle Hilfeangebote verlinkt. Weitere Hilfeangebote und auch Tipps zur Selbsthilfe findet ihr auf www.webcare.plus.

Das war auch schon die letzte Folge dieser Staffel. Wir kommen trotzdem noch mal zusammen und zwar am 26.06.2026. zu unserer interaktiven Online-Veranstaltung, wo ihr da draußen alle eure Fragen an unsere Profis von Behind the Screens stellen könnt und sie euch Rede und Antwort stehen werden.

Nächste Staffel: Social-Media-Sucht verstehen

Saskia Rößner: Ich kann euch auch schon mal einen kleinen Ausblick geben auf die nächste Staffel.

Wir machen jetzt eine ganz kurze Pause und sind am Ende des Sommers wieder zurück mit der dritten Staffel „Social Media Sucht verstehen“. Auch da haben wir uns natürlich wieder einen Profi ins Studio geholt, nämlich Professor Dr. Christian Montag, Psychologe und Neurowissenschaftler, der uns dann ganz genau erklärt, was denn eigentlich an Social Media so die Psychotricks sind, die Dark Patterns, das süchtig machende Design, was uns dazu verleitet, einfach am Smartphone kleben zu bleiben.

Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit. Ich hoffe, wir sehen uns wieder. Lasst doch gerne noch mal ein Like da, teilt diese Folge mit jemandem, der beim Thema Videospielsucht dringend Hilfe braucht, und abonniert den Podcast, damit ihr den Start der dritten Staffel auf keinen Fall verpasst.

Bis dahin. Ciao!


Seminar mit Behind the Screens

Link zur Online-Veranstaltung am 26. Juni 2026

Podcast anhören oder ansehen:

Nicolas Hoberg im Podcast Videospielsucht verstehen Videospielsucht verstehen: Zwischen Eintauchen und Abtauchen (S02E09)
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